Achterbahn im virtuellen Raum – Die Oculus VR – Brille

Kreischen. Das hört man selten bei einem Technikworkshop. Aber kreischen mussten viele, als sie heute beim Technikworkshop der NewTV – Gruppe von Hamburg@Work eine der wenigen deutschen Entwicklerversionen der  Virtual Reality – Brille Oculus Rift ausprobiert haben. Ein Eindruck:

Ich bin in der realen Welt nicht wirklich der Fan von Achterbahnfahrten. Es hat mich schon etwas Überwindung gekostet, als die Ankündigung kam: “Hast die diese Datenbrille auf, bist Du im Sitz einer Achterbahn”. Aber die Neugierde war größer.

Die Oculus Rift im Livetest

Der Anfang ist noch harmlos. Langsam bewegt sich mein Achterbahnwagen hinauf zum Startpunkt. Ich habe in aller Ruhe Zeit, mich in der virtuellen Welt etwas umzusehen. Zu sehen ist eine mittelalterliche Burg, durch die die Achterbahn führt. Alle Grafiken sind Live brechnet, von einem handelsüblichen, nicht mal besonders starken Computer. Das System reagiert zuverlässig auf die Kopfbewegungen, ohne Ruckeln oder Verzögerung. Das Bild ist dabei erstaunlich detailreich.

Irgendwann rattert mein Wagen los. Ich merke, wie ich mich an den Bürostuhl klammere. Eine Runde schaffe ich, finde es faszinierend. In der zweiten Runde beschleunigt die virtuelle Achterbahnfahrt weiter. Das ist der Moment, in dem andere laut loskreischen mussten. Ich reiße mir in einem Reflex die Brille vom Kopf. Das war mit zu viel. Und es dauert einige Minuten, bis mein Gleichgewichtssinn einsieht, dass das Haus in dem ich sitze doch nicht schwankt.

Oculus Rift erreicht eine Bildauflösung, wie sie bisher noch nie bei einer Virtual Reality Brille realisiert werden konnte. Gleichzeitig sind heimische Rechner inzwischen schnell genug, um die Grafiken in sehr guter, realitätsnaher Qualität zu rechnen. Und dazu wird sie vergleisweise günstig. Man redet derzeit von rund 300 € Endkundenpreis, Veröffentlichung irgendwann 2014.

Die Möglichkeiten der Oculus Rift – Brille scheinen faszinierend. Der Gang durchs virtuelle Museum. Neue journalistische Darstellungsweisen. Die Intensität, mit der man in diese virtuelle Welt hineingezogen wird, gibt mir aber auch zu denken. Ein Egoshooter mit dieser Brille? Das kann einem Angst machen.